Freundschaftssingen „Beati Cantores“ - volkschor-magdeburg

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Freundschaftssingen „Beati Cantores“

Berichte > 2018
Kleiner Reisebericht von unserer Chorfahrt nach Polen mit Teilnahme zum Freundschaftssingen „BEATI CANTORES“ in Walbrzych (Waldenburg) vom 19. Oktober bis 22. Oktober 2018

Pünktlich um 7.00 Uhr ging es vom ZOB Magdeburg in Richtung Polen los. Das Ziel der etwa 50 Fahrgäste (Schlesische Heimatfreunde und Sängerinnen und Sänger des Volkschores Magdeburg) war das im Vorland des Riesengebirges gelegene Hotel „LAS“ (Wald) in Piechowice (Petersdorf).
Eingeladen wurde der Volkschor Magdeburg zum internationalen Chortreffen in Walbrzych (Waldenburg), dass zum 16. Mal stattfand und organisiert wurde vom eingetragenen Verein „Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft Waldenburg“. Die Vorsitzende Doris Stempowska und Elfriede Hofmann vom BdV Sachsen-Anhalt e.V. haben 2002 diese Veranstaltungsreihe unter dem Motto „BEATI CANTORES (Glückselige Sänger)“ ins Leben gerufen. Der Gedanke war dabei Laienchören aus anderen Ländern die Möglichkeit zu geben sich mit Chören im Ausland musikalisch auszutauschen. Gemeinsam zu singen, bringt Nationen zusammen und man lernt sich dabei besser kennen.
Der erste Tag war ausgefüllt mit der Anreise, Zimmer belegen, Koffer auspacken, gemütliches Abendessen und mit der Generalprobe für unseren Chorauftritt am nächsten Tag.
Pünktlich am nächsten Tag, um 8.00 Uhr fuhr unser Bus in Richtung Walbrzych (Waldenburg) zur diesjährigen Auftrittsstätte „Evangelische Erlöser Kirche Waldenburg“. Viele Chöre, teilweise auch in Trachten waren schon anwesend. Um 11.00 Uhr begann das große Chorsingen, und der Volkschor Magdeburg eröffnete mit „Dona nobis pacem“ sein gut einstudiertes Programm. Wir haben es gut gemeistert. Der Applaus vom Publikum ging uns sehr zu Herzen. In einer Pause wurde das musikalische Programm unterbrochen mit einem Film, ein deutsch-polnisches Schülerprojekt, der über das Leben und tragischen Tod des Priesters Josef Sikora aus Görbersdorf im Waldenburger Land berichtet. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal errichtet. Das Programm wurde weiter gestaltet von vielen eingeladenen Chören, die sich auch mit sehr gutem Repertoire vorstellten, u.a. aus Breslau, Krappitz, Graz, Waldenburg, Freiberg (Erzgebirge). Der Chor „Die Glatzer Sänger“ begeisterten besonders mit dem Lied „Sierra Madre del Sur“, was die Zuhörer mit großem Applaus dankten. Zum Abschluß des Konzerts bekamen alle musikalischen Leiter als Dank Blumen, eine Urkunde und einen Pokal. Die Pfarrgemeinde lud uns hinterher noch zu einer warmen Suppe und Kuchen ein, denn in der unbeheizten Kirche war es recht kalt.
Auf der Rückfahrt zu unserem Hotel „LAS“ zeigte uns unser Reiseleiter Herr Leschek noch zwei hervorragend restaurierte architektonische Kostbarkeiten im Hirschberger Tal, die privat und auch als Hotels genutzten Schlösser in Wojakow (Schildau) und Lomnice (Lomnitz). Das Schloß Lomnitz mit seinem Hofladen und der Gutsküche, haben wir dann ausführlich besichtigt. Besonders ein Leinengeschäft mit reichhaltigem Angebot von Stoffen und Tüchern erfreute unser Interesse und auch einige Schmuckstücke wurden als Andenken gern gekauft. Bei Kaffee und Kuchen ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren und ließen es uns schmecken.
Über Jelenia Gora (Hirschberg) ging es dann wieder zurück. Wir fuhren zum Hotel LAS, wo für uns wieder ein reichhaltiges Abendbrot vorbereitet war.
Einige Sängerinnen und Sänger vom Volkschor Magdeburg entdeckten im Hotel ein Hochzeitspaar und kamen auf die Idee, es mit einem Ständchen musikalisch zu überraschen. Ein Angestellter des Hauses fand diese Idee toll und so sangen wir für das Brautpaar und den Gästen zwei fröhliche Lieder. Auch dafür wurden herzlich mit stürmischem Applaus belohnt. Der mit Beifall bedachte Höhepunkt war die Mitteilung der Braut, dass sie Magdeburg gut kenne, weil sie ein halbes Jahr dort gewohnt hatte. Sie freute sich deshalb besonders über das Ständchen unseres Magdeburger Chores. Mit dem vom Bräutigam gespendeten Umtrunk auf das Wohl der Brautleute und dem gemeinsamen Gesang mit den Heimatfreunden ließen wir den Abend fröhlich ausklingen. 

Am nächsten Tag hatte unser Reiseleiter Herr Leschek einen Tagesausflug - eine Rundreise um das Riesengebirge - vorbereitet. Er erzählte viel Interessantes über diese Gegend und wir hörten gern zu. So besuchten wir das Städtische Museum „Gerhart Hauptmann-Haus“. Es befindet sich in der Villa Wiesenstein in Jagniatkow (Agnetendorf), in dem Gerhart Hauptmann - der bekannte deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger - von 1901 bis zu seinem Tode 1946 lebte. Die Villa Wiesenstein im Stil der Neorenaissance hat uns sehr beeindruckt. So erfuhren wir  vieles über das Leben des Dramatikers, bewunderten die Architektur und besichtigten die Ausstellung. Vom Museum hat man eine gute Aussicht auf den Kamm des Riesengebirges. Ein Besuch lohnt immer. In Cieplice (Bad Warmbrunn), dem ältesten polnischen Thermalheilbad mit seinen vielen Wärmequellen, schlenderten wir durch den Kurpark und schauten uns die schönen Häuser mit ihren bekannten Bädern an. Die Zeit vergeht immer viel zu schnell und das nächste große Ereignis wartete schon auf uns. Wenn es um das Riesengebirge geht, so darf der beliebte Touristenort Karpacz (Krummhübel) nicht fehlen. Nach der Fahrt durch den Ort erwartete uns der Besuch der rustikalen Gaststätte des Rübezahls, ein Bergrestaurant zum Berggeist „DUCHA GOR“. Viele ließen sich die leckeren angebotenen Forellen und auch andere Speisen schmecken. Es hat allen sehr gut geschmeckt. Wir wurden vom Hause herzlich mit sehr viel Liebe bedient. 
Weil die Zeit für eine Fahrt zu den vielen Perlen der niederschlesischen Baukunst nicht gereicht hatte, empfahl uns Herr Leschek eine sachkundige Führung durch den Miniaturenpark Niederschlesischer Baudenkmäler in Kowary (Schmiedeberg). Eine nette junge Dame erzählte uns viel über die Entstehung und Pflege, sowie Erhaltung der Anlage. 35 Exponate konnte man im Kleinformat anschauen, von der Baude auf der Schneekoppe, der Klosterkirche von Grüssau bis zum Neuen Schloß Fürst Pückler-Muskau. Auch das bekannte Pücklereis wurde von uns gekostet.
Jetzt ging es aber zurück zum Hotel, denn für den Abend war ein Sing- und Tanzabend mit DJ angesagt, den unser Reiseleiter Herr Leschek mit Absprache von Frau Hofmann vorbereitet hatte. Er selbst begleitete deutsche Volks- und Trinklieder auf dem Akkordeon und überließ dann dem DJ mit seinem auf deutsche Gäste zugeschnittenen Unterhaltungsprogramm die weitere Gestaltung. Es wurde in fröhlicher Stimmung gesungen, getanzt und auch gelacht. Die Zeit verging viel zu schnell. Die Koffer für die Heimreise mussten ja noch gepackt werden.

Montag, der Heimreisetag war da, und wir mussten Abschied nehmen, auch von lieben Menschen. Es war in der Nacht kalt geworden (1°C). Die Fahrt im Bus bescherte uns erst Nebel und dann Sonnenschein durch die golden strahlende niederschlesische Landschaft. Auf der Rückreise ging es über Bad Muskau. Einige unternahmen einen Rundgang im „Fürst Pückler Park Muskau“ mit Besichtigung im Neuen Schloß und Kaffeetrinken, andere nutzten den Grenzübergang zum polnischen Basar und kauften tüchtig ein. So war jeder zufrieden und gegen 13.00 Uhr ging es dann weiter mit dem Bus Richtung Heimat. Kleine Staus und auch Regen ließen uns nicht immer schnell vorankommen, aber unser Busfahrer Detlef brachte uns sicher wieder gegen 18.00 Uhr nach Magdeburg. Ein großer Dank an Frau Hofmann, die diese erlebnisreiche Fahrt organisiert hat.
Eine Einladung zum Chortreffen 2019 hatten wir auch schon wieder in der Tasche. 
 
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